Aufbruch-Signal für die Bioenergie

Aufbruch-Signal für die Bioenergie

Es ist das erhoffte Zeichen. Die Bioenergiebranche begrüßt den nun beschlossenen Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) durch die Bundesregierung als Aufbruch-Signal für Bioenergie. Es macht die Branche noch attraktiver für die Armaturenanbieter.
 
Es ist „ein substanzielles Signal, dass für Strom aus Biomasse weiterhin eine Perspektive besteht und dessen Systemrelevanz erkannt wird“, erklären die Bioenergieverbände. Sie begrüßen neben weiteren Verbesserungen insbesondere die Anhebung der Gebotshöchstwerte, sehen aber auch eindeutig Klärungs- und Anpassungsbedarf bei mehreren Regelungsdetails, vor allem bei der Güllevergärung.

Weiter mit Bioenergie

„Es soll weitergehen für die Bioenergie – das ist für mich die entscheidende Aussage des EEG-Kabinettsentwurf“, resümiert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie, im Namen der Bioenergieverbände. „Die Anhebung der Gebotshöchstwerte ist aus unserer Sicht ein klares Zeichen, dass die Bundesregierung die Klimaschutz- und Systemdienstleistungen unsere Branche schätzt und erhalten will, auch durch den Zubau von Neuanlagen aller Bioenergietechnologien“, so Rostek.

Während nun eine 1-zu-1 Umsetzung der europäischen Richtlinie beim Thema Hocheffizienz die benötigte Klärung bringe, werfe eine Reihe von Neuregelungen jedoch auch Fragen auf. Diese gelte es dringend zu klären. „Allen voran reichen die Erhöhung der Ausschreibungsvolumina weiterhin nicht aus, um die Vorgaben des Klimaschutzprogramms zu erfüllen. Hier muss das Ziel von 42 Terrawattstunden für die Bioenergie unbedingt aufgenommen werden“, betont die Hauptstadtbüro-Leiterin.

Das Biomasse-Heizkraftwerk Flohr ist die größte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf Basis von Biomasse in Rheinland-Pfalz. Der Strom wird in das Netz der RWE Net eingespeist und nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) vergütet. Die Dampfmenge, die an Rasselstein geliefert wird, beträgt pro Jahr bis zu 106.000 Tonnen. Damit könnten beispielsweise 4.122 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgt werden.		Foto: STEAG
Das Biomasse-Heizkraftwerk Flohr ist die größte Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf Basis von Biomasse in Rheinland-Pfalz. Der Strom wird in das Netz der RWE Net eingespeist und nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) vergütet. Die Dampfmenge, die an Rasselstein geliefert wird, beträgt pro Jahr bis zu 106.000 Tonnen. Damit könnten beispielsweise 4.122 Einfamilienhäuser mit Wärme versorgt werden. Foto: STEAG

Verband: Unklarheiten beseitigen
Darüber hinaus seien einige Regelungen für die Anforderungen an die Flexibilisierung von Anlagen besonders im Holzenergiebereich noch unklar, was es zu beheben gelte. „Auch beim Thema Güllevergärung spricht der Kabinettsentwurf zwar die wesentlichen Aspekte grundsätzlich an, allerdings ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass diese auch direkt im Gesetz geregelt und nicht auf später verschoben werden“, so Rostek weiter. „Wir nehmen also die Ankündigung der Bundesregierung beim Wort, dass dieses Thema noch Gegenstand von Diskussionen sei – denn hier gibt es noch viel Klimaschutzpotenzial zu heben.“

Der Kabinettsentwurf zeige die gute Basis, die in der Ressortabstimmung erarbeitet wurde. Die Bioenergieverbände plädieren an die Bundesregierung, diese eingeschlagene Richtung weiter zu verfolgen, um die Leistungen der Bioenergie für Energiewende und Klimaschutz zu erhalten und auszubauen. Sie appellieren auch an den Bundestag, den bestehenden Klärungs- und Anpassungsbedarf im nachfolgenden parlamentarischen Verfahren anzugehen.


Das Biomassekraftwerk Lünen erzeugt pro Jahr 150 Millionen Kilowattstunden Strom, der auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dabei verwertet das Kraftwerk pro Jahr 135.000 Tonnen Altholz.		Foto: STEAG
Das Biomassekraftwerk Lünen erzeugt pro Jahr 150 Millionen Kilowattstunden Strom, der auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ins öffentliche Netz eingespeist wird. Dabei verwertet das Kraftwerk pro Jahr 135.000 Tonnen Altholz. Foto: STEAG

Armaturen essentiell für Biomasseanlagen
Zum Einsatz von Biomasse zur Stromerzeugung gehören etwa das Verbrennen von Holz in Biomasseheizwerken und Biomasseheizkraftwerken oder das Vergären von Gülle aus Energiepflanzen in Biogasanlagen. Attraktiv wird Biomasse auch durch ihre Vielseitigkeit. Sie ist „die einzige erneuerbare Energie, aus der sich alle benötigten End- oder Nutzenergien wie Wärme, Strom und Kraftstoffe gewinnen lassen“, unterstreicht die deutsche „EnergieAgentur.NRW“. Biomasse erweist sich als echter Alleskönner, und das in fester, flüssiger und auch gasförmiger Form.

Essentiell für den Betrieb eines Biomasseheizkraftwerkes sind Armaturen. Im Biokessel und Gaskessel, in Thermal- und Kühlkreisläufen, bei der Einspritzstation, der Dampftemperatur-Regelung, per Kesselkopfschieber und Frischdampfschieber und an Kondensat-Tanks regeln Ventile die Ströme. Drosselventile, Druckminderventile und Sicherheitsventile werden beispielsweise benötigt. Fernwärmenetzpumpen, Speisepumpen, Kondensatpumpen und Pumpen mit Frequenzumrichter sind ebenfalls unverzichtbar. Insofern ist die Nachricht von dem von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der die Systemrelevanz von Strom aus Biomasse sieht, auch ein positives Signal für die Armaturenanbieter. Sie dürfen sich über die weitere Entwicklung der Bioenergiebranche freuen.


Auch Holzpellets gehören zur Kategorie der Biomasse.  Biomasse wird üblicherweise als Energieträger aus pflanzlicher und tierischer Herkunft beschrieben.
Auch Holzpellets gehören zur Kategorie der Biomasse. Biomasse wird üblicherweise als Energieträger aus pflanzlicher und tierischer Herkunft beschrieben.
 

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