LNG

LNG-Bedarf verdoppelt sich langfristig

LNG gibt weiter Gas – die weltweite Nachfrage nach Flüssigerdgas stieg 2019 um 12,5 Prozent auf 359 Millionen Tonnen. Das geht aus dem aktuellen jährlichen LNG-Ausblick von Shell hervor. Längerfristig werde sich der weltweite LNG-Bedarf laut Prognosen bis 2040 gar auf 700 Millionen Tonnen verdoppeln. Eine Marke, die auch Signalwirkung für die Armaturenbranche haben dürfte.
 
Der deutliche Anstieg unterstreicht die wachsende Rolle, die LNG beim Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem spielt. Es gibt laut Shell Outlook 2020 verschiedene Hintergründe für die positive LNG-Entwicklung im vergangenen Jahr. So wurde ein Branchenrekord von 40 Millionen Tonnen zusätzlichem Angebot realisiert, das verfügbar und vom Markt nachgefragt wird. „Der Glaube an ein langfristiges Nachfragewachstum löste Investitionsentscheidungen für Verflüssigungskapazitäten in Rekordhöhe von 71 Millionen Tonnen aus“, berichtet der Shell-Outlook. Es gebe vielfältigere Vertragsstrukturen, die LNG-Käufern ein breiteres Spektrum an Optionen böten. „Außerdem spielt Gas bei der Verbesserung der Luftqualität durch die Umstellung von Kohle auf Gas im Strom- und Industriesektor eine wachsende Rolle, wobei sich die Ankündigungen zum Ausstieg aus der Kohleverstromung mehr als verdreifachten.“ Ein gewichtiges Argument für den Erfolg ist ferner, dass Erdgas im Bereich der Stromerzeugung zwischen 45 und 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Kohle und weniger als ein Zehntel der Luftschadstoffe emittiert.

Bei der truck-to-ship Bebunkerung wurde der Hopperbagger „Scheldt River“ mit insgesamt 85 Tonnen LNG im Elbehafen bebunkert.		© Brunsbüttel Ports GmbH
Bei der truck-to-ship Bebunkerung wurde der Hopperbagger „Scheldt River“ mit insgesamt 85 Tonnen LNG im Elbehafen bebunkert. © Brunsbüttel Ports GmbH

Zunahme nicht nur im Strombereich
„Der globale LNG-Markt hat sich 2019 weiterentwickelt, wobei die Nachfrage nach LNG und Erdgas nicht nur im Strombereich zugenommen hat“, erklärt Maarten Wetselaar, Integrated Gas and New Energies Director bei Shell. „Rekordinvestitionen zum Ausbau der Versorgung werden dem wachsenden Bedarf der Menschen für Gas und damit dem flexibelsten und saubersten fossilen Brennstoff gerecht.“

 „Während wir heute aufgrund des Rekord-Neuangebots, zweier aufeinanderfolgender milder Winter und der Coronavirus-Situation schwache Marktbedingungen sehen, erwarten wir, dass sich Angebot und Nachfrage bis Mitte der 2020er Jahre erneut ausgleichen werden.“

Ein immer flexiblerer Rohstoff
Europa hat den größten Teil des Angebotswachstums 2019 absorbiert, da LNG dank wettbewerbsfähiger Preise die Umstellung von Kohle auf Gas im Energiesektor förderte und die rückläufige inländische Gasproduktion und Pipelinegasimporte ersetzte. Neue Spot-Handelsmechanismen und eine größere Vielfalt von Indizes, die für langfristige Verträge verwendet werden, deuten darauf hin, dass LNG zu einem immer flexibleren Rohstoff wird, heißt es im Shell-Outlook.

Die Importe in Asien stiegen 2019 im Vergleich zu den beiden Vorjahren nur leicht an, was auf mildes Wetter und steigende Stromerzeugung aus Kernenergie in Japan und Südkorea, zwei der drei größten globalen Importeure, zurückzuführen ist. In China wuchsen die LNG-Importe 2019 um 14 Prozent, da die Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten fortgesetzt wurden. „Bemerkenswert war auch das Wachstum der LNG-Nachfrage in Südasien“, berichtet der Shell-Outlook. Insgesamt importierten Bangladesch, Indien und Pakistan 36 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und auf aufstrebende Wachstumsländer in Asien hindeutet.

Auch beim Transport von LNG werden zahlreiche Ventile benötigt.
Auch beim Transport von LNG werden zahlreiche Ventile benötigt.

Lukrative Perspektiven für Armaturenanbieter
Längerfristig wird sich der weltweite LNG-Bedarf laut Prognosen bis 2040 auf 700 Millionen Tonnen verdoppeln, da Gas eine wichtige Rolle bei der Gestaltung eines kohlenstoffärmeren Energiesystems spielt. Es wird erwartet, dass Asien auch in den kommenden Jahrzehnten die dominierende Region bleiben wird, wobei Süd- und Südostasien mehr als die Hälfte der steigenden Nachfrage erzeugen. Perspektiven, die auch die Armaturenanbieter freuen. Denn es werden beim Transport und bei der Lagerung von LNG zahlreiche Ventile benötigt. Bei der LNG-Produktion sind beispielsweise Komponenten wie Ein-, Aus-, Sicherheits- und Regelventile erforderlich. Zum LNG-Produktsortiment gehören auch Notabschalt-, Ablass-, Trockner-Sequenzierventile und Durchflussregelungsanwendungen. Es wird deutlich: Der LNG-Markt wird zunehmend attraktiver für die Armaturenanbieter.
Die Experten von Nauticor, einem LNG-Anbieter für Schiffe, nutzen bei der Betankung ein bereits mehrfach erfolgreich eingesetztes Verfahren, bei dem die Betankung eines Schiffes parallel aus zwei LNG-Tankwagen erfolgt und der Betankungsvorgang so erheblich beschleunigt wird. Im Bild zu sehen ist die LNG-Schiffsbetankung der „Scheldt River“ im Elbehafen.		© Brunsbüttel Ports GmbH
Die Experten von Nauticor, einem LNG-Anbieter für Schiffe, nutzen bei der Betankung ein bereits mehrfach erfolgreich eingesetztes Verfahren, bei dem die Betankung eines Schiffes parallel aus zwei LNG-Tankwagen erfolgt und der Betankungsvorgang so erheblich beschleunigt wird. Im Bild zu sehen ist die LNG-Schiffsbetankung der „Scheldt River“ im Elbehafen. © Brunsbüttel Ports GmbH
 

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