Geschäftsentwicklung

Stimmungslage trotzt angespannter Konjunktur

„Die Stimmungslage unserer Mitgliedsfirmen ist ausgesprochen positiv“, erklärte Dr. Markus Heering, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) im VDMA. Laut einer aktuellen Mitgliederumfrage erwarten gut drei Viertel der Befragten in den nächsten 24 Monaten eine positive Geschäftsentwicklung für den Bereich Additive Manufacturing.
 
Trotz der aktuell angespannten konjunkturellen Lage herrscht beim Blick auf die nächsten zwölf Monate Optimismus vor: Rund 60 Prozent der Befragten gehen von einer positiven Entwicklung aus. Ein weiteres Drittel befürchtet keine negativen Auswirkungen. „Lediglich acht Prozent äußern negative Erwartungen für das nächste Jahr. Beim Zweijahresausblick liegt dieser Wert bei nur zwei Prozent“, erläuterte Heering auf der Vorfeld-Pressekonferenz zur Leitmesse für additive Produktionstechnologien – formnext 2019 – vom 19. bis 22. November in Frankfurt die Ergebnisse der Umfrage.
Additive Manufacturing wird im Verbund mit Digitalisierung und Industrie 4.0 zukünftig vermehrt bestimmte Produktionsprozesse bestimmen.
Additive Manufacturing wird im Verbund mit Digitalisierung und Industrie 4.0 zukünftig vermehrt bestimmte Produktionsprozesse bestimmen.

Stimmungsbild aus der ganzen Wertschöpfungskette

In die Auswertung flossen insgesamt 90 Rückmeldungen aus dem Kreis der 150 Mitgliedsunternehmen ein. Je 22 Prozent dieser Rückmeldungen kamen von Anwendern und Dienstleistern, 28 Prozent von Maschinenherstellern und 29 Prozent von Mitgliedern, die ihre Zugehörigkeit mit „Sonstige“ angaben. Darunter Forschungsinstitute, Software- und Automatisierungsunternehmen oder Anbieter von Werkstoffen und Verbrauchsmaterialien.

„Alle Bereiche der additiven Wertschöpfungskette sind in unserer Befragung in vergleichbarer Quantität vertreten“, erklärte Heering. Eine feinere Auflösung der Antworten zeigt, dass gerade Maschinenhersteller optimistisch sind. Während 70 Prozent positiv auf die nächsten zwölf Monate blicken, halten sich Antworten mit positiven (50 Prozent) und neutralen (45 Prozent) Erwartungen bei den Anwendern und Dienstleistern nahezu die Waage. Bei der vierten Gruppe steht das Verhältnis der positiven und neutralen Antworten bei 65 zu 25 Prozent. Dagegen gleichen sich die Einschätzungen aller vier Gruppen in der Zweijahresprognose an: Die positiven Antworten bewegen sich hier zwischen 71 und 80 Prozent, so die Arbeitsgemeinschaft Additive Manufacturing (AG AM) im VDMA.

Vergleichbar sind auch die Antworten aller vier Gruppen auf die Frage, wie sich ihre Investitionen im AM-Bereich in den kommenden zwölf Monaten entwickeln werden. Nur 16 Prozent aller Befragten kündigen Investitionszurückhaltung an. Dagegen wollen 84 Prozent ihr aktuelles Investitionsniveau mindestens halten; rund 28 Prozent planen einen Ausbau. „Diese Werte bestätigen, dass unsere Branche trotz der aktuellen Konjunkturdelle ihre langfristige Zielsetzung im Blick behält: Die Industrialisierung additiver Fertigungsverfahren“, betonte Heering.
Die Nachfrage nach 3D-Druckern steigt deutlich an – die Erfolgskurve der AM-Branche zeigt steil nach oben. Unternehmen aus der Automatisierung setzen zunehmend auf Additive Manufacturing.
Die Nachfrage nach 3D-Druckern steigt deutlich an – die Erfolgskurve der AM-Branche zeigt steil nach oben. Unternehmen aus der Automatisierung setzen zunehmend auf Additive Manufacturing.

Hohes Investitionsniveau der AM-Branche
Neben dem hohen Investitionsniveau spricht laut Heering der steigende Anteil additiv gefertigter Serienbauteile, Ersatzteile und Werkzeuge dafür, dass die Industrialisierung der AM-Branche voranschreitet. Laut Befragung entfallen bei Anwendern, Dienstleistern und Maschinenherstellern kaum noch ein Viertel der Einsätze von additiv gefertigten Komponenten auf Prototypen. Dagegen macht der Einsatz additiv gefertigter Werkzeuge bei diesen drei Geschäftsbereichen 25 bis 27 Prozent aus. Bei Ersatzteilen sind es zwischen 19 und 29 Prozent – und alle drei Gruppen geben an, dass es sich bei 24 bis 27 Prozent ihrer additiv gefertigten Bauteile um Serienprodukte handelt.

„Additive Manufacturing wird zu einem industriellen Produktionsverfahren und ist längst über seine Ursprünge im Rapid Prototyping hinausgewachsen“, sagte Heering in Frankfurt. Passend dazu sehen die Befragten die Prozessstabilität, Kosten und Standardisierung als aktuell brennendste Themen ihrer Branche. Angesichts steigender Umsätze mit intern gefertigten und extern eingekauften AM-Bauteilen ist diese Schwerpunktsetzung laut Heering nicht überraschend. Hintergrund: Fast die Hälfte der befragten Anwender und Dienstleister geben an, dass sich ihre interne AM-Fertigung und externen Zukäufe mittlerweile im sechs- und siebenstelligen Bereich bewegen.
Im Application Technology Center in Heidelberg testet BASF neue Pulver, Harze, Filamente und Granulate für 3D-Druckverfahren und entwickelt Lösungen für die industrielle additive Fertigung. Damit werden Bauteile mit neuartigen Eigenschaften für die Anwendungen der Kunden in Bereichen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt oder Konsumgüter denk- und herstellbar. Das Bild zeigt Fernanda Kraft Lino und Alexander Gengel, Mitarbeiter der BASF 3D Printing Solutions GmbH. Foto: BASF SE
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