Scania, LNG

LNG-Antriebe nehmen rasant Fahrt auf

LNG ist als Energieträger auf dem Vormarsch. Aber auch die Nachfrage nach Flüssiggas als Antriebsstoff für Lkw und Schiffe nimmt rasant zu. Für die Ventilhersteller tut sich ein zunehmend lukrativer Markt auf.
 
Das neue Fahrgastschiff AIDAnova fährt mit neuartigen LNG-Motoren – eine Entwicklung, die in den Medien auf großes Interesse stößt. Aber auch im Kleineren hat das Flüssiggas bereits einen gewissen Siegeszug angetreten. So wird die Fähre MS „Münsterland“ auf einen LNG-Antrieb umgestellt. Die Umrüstung wird vom Bund gefördert. „Mit der Übergabe des ersten Förderbescheides geben wir den Startschuss für die Aus- und Umrüstung von Seeschiffen auf einen umweltfreundlichen Antrieb. Damit unterstützen wir die Reeder, die Emissionen in der Schifffahrt zu reduzieren. Gleichzeitig wird mit unserer Förderung der Umstieg auf einen schadstoffärmeren Kraftstoff beschleunigt“, erklärte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Auch das neue Fahrgastschiff AIDAnova fährt mit neuartigen LNG-Motoren.
Auch das neue Fahrgastschiff AIDAnova fährt mit neuartigen LNG-Motoren.

Nachfrage für Lkw-Flotten

Eine Umstellung auf LNG in größerem Stil dürfte auch auf die Lkw-Flotten zukommen. So gab das Konsortium BioLNG EuroNet bekannt, dass es sich für die Verwendung von verflüssigtem Erdgas als Kraftstoff für den Straßengüterverkehr in ganz Europa einsetzen werde – zusammen mit einer neuen Infrastruktur für eine großflächige Markteinführung.

Das Konsortium besteht aus Shell, Disa, Scania, Osomo und Iveco: Jedes dieser Unternehmen will einzelne Maßnahmen umsetzen, um 2.000 weitere LNG-betriebene Lkw auf die Straßen zu bringen, 39 LNG-Tankstellen bereitzustellen sowie eine Bio-LNG-Produktionsanlage in den Niederlanden in Betrieb zu nehmen, erklärt Scania in einer Pressemitteilung. Die Flüssiggas-Tankstellen sind Teil eines europaweiten Netzwerks, zu dem Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Polen und Spanien gehören. Die Tankstellen sollen etwa alle 400 Kilometer entlang der Hauptverkehrsachsen von Spanien nach Polen gebaut werden.
Auch IVECO bietet nun LNG-angetriebene Lkw an, wie den IVECO Stralis NP (LNG) „low tractor“ mit 460 PS und einer Aufsattelhöhe von 962 mm.
Auch IVECO bietet nun LNG-angetriebene Lkw an, wie den IVECO Stralis NP (LNG) „low tractor“ mit 460 PS und einer Aufsattelhöhe von 962 mm.

„In Deutschland angekommen“

Die zunehmende Nachfrage nach Flüssiggasantrieb für Lkw ist auf dem Markt spürbar. Eine Brunsbütteler Spedition fährt nun Deutschlands ersten Volvo FH mit LNG-Antrieb, das Unternehmen verstärkt seine Fahrzeugflotte auf insgesamt vier LNG-betriebene Volvo-Fahrzeuge. „Die LNG-Technik für den Schwerlastverkehr ist ab sofort in Deutschland angekommen“, betont Christian Coolsaet, Geschäftsführer von Volvo Group Trucks in Deutschland. Durch die staatliche Förderung und Mautbefreiung bis Ende 2020 nimmt laut Volvo das Thema in Deutschland rasant Fahrt auf.

Auch die Krummen Kerzers AG ergänzt ihren Fuhrpark um 20 Volvo-Lkw mit Flüssigerdgas-Antrieb (LNG). Genutzt werden Fahrzeuge im Rahmen des Projekts „LNG – Brücke in die Zukunft“, das Krummen Kerzers zusammen mit Lidl Schweiz initiiert hatte. Gemeinsames Ziel der beiden Partner ist darüber hinaus der Aufbau eines LNG-Tankstellennetzes in der Schweiz. Schon im Frühjahr kommenden Jahres sollen zwei Flüssigerdgas-Zapfsäulen in Betrieb gehen.
LNG wird auch per Schiff zu den Abnehmern transportiert.
LNG wird auch per Schiff zu den Abnehmern transportiert.

Förderung ab 2019

Dass ab 2019 neben Elektro-Lkw auch Gas betriebene Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen von der Maut befreit werden, spürt auch Scania Deutschland in seinen Auftragsbüchern. Seitdem verzeichnet Scania Deutschland laut eigenen Angaben ein gestiegenes Kundeninteresse an CNG- und LNG-Lkw.

Die Förderung auch für flüssiggasbetriebene Lkw gilt bis zum 31. Dezember 2020. Danach gibt es für CNG- (Compressed Natural Gas) und LNG- (Liquefied Natural Gas) Fahrzeuge weiterhin eine Mautreduzierung für Euro-6-Motoren.
 

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