Mikro-Dampfturbine macht Turbonik zum Start-up-Sieger

11 Dezember 2018

Das Dortmunder Cleantech-Unternehmen Turbonik hat im Finale des Wettbewerbs Energie Start-up Bayern 2018 den 1. Platz geholt. Jury und Publikum würdigten damit den Beitrag, den das Unternehmen mit seiner Mikro-Dampfturbine zur CO₂-Reduzierung in der Industrie bot.

Turbonik entwickelte eine Lösung, die es dampfverarbeitenden Unternehmen ermöglichen soll, aus ihrem Dampf Strom zu machen „und auf diese Weise jedes Jahr bis zu 600 Tonnen CO₂ einzusparen“, erklärt das Unternehmen. Das Besondere daran sei, dass dies nun auch für kleine Anlagen und Dampfmengen wirtschaftlich interessant sei.
„Unternehmen können mit der Mikro-Dampfturbine bereits bei einer elektrischen Leistung bis 300 kW 2,4 GWh pro Jahr Strom erzeugen und auf diese Weise jährlich bis zu 200.000 Euro an Energiekosten einsparen“, heißt es weiter. Alternativ könne der Strom aber auch ins Netz eingespeist werden, wodurch sich nach Angaben von Turbonik-Mitgründer Martin Daft erhebliche Zusatzerträge erzielen ließen. Möglich werde das durch den völlig neuen Konstruktionsansatz.
Auf diese Weise kann sie bereits aus wenig Dampf so viel Strom erzeugen, dass damit laut Daft rund 500 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgt werden können. Bei einem flächendeckenden Einsatz an rund 15.000 geeigneten Dampfkesseln allein in Deutschland ließen sich seinen Angaben zu Folge rechnerisch 4,5 GW Strom erzeugen und 9 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Daft: „Das entspricht der elektrischen Leistung von etwa zwei Kern- oder sechs großen Kohlekraftwerken.“
Mit dem Wettbewerb Energie Start-up Bayern werden innovative Start-ups ausgezeichnet und direkt in die Energiebranche vernetzt. Dabei geht es laut Veranstalter unter anderem um Konzepte, die zu einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Energieversorgung beitragen. Neben weiteren Auszeichnungen konnte Turbonik auch den diesjährigen Stahl-Innovationspreis in der Kategorie „Produkte aus Stahl“ für sich entscheiden.

Bei der Preisverleihung (von li.): Martin Daft (Turbonik), der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger und Dr. Johannes Grob (Turbonik).